Ganz bewusst habe ich bislang darauf verzichtet, in meinem Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis von diesem Blog zu berichten. Umso erstaunter bin ich, dass so ganz ohne jegliche Werbung einige von euch den Weg zu mir gefunden haben und das hier, meine Geschichte und mein Leben verfolgen. Mich würde tasächlich mal interessieren, wie ihr auf diese Seite aufmerksam geworden seid.
Wieso also mache ich das alles hier? Zum aktuellen Zeitpunkt ist es eine Art Tagebuch. Es ist meine Biographie, an der ich schon seit über 25 Jahren schreibe. Als Jugendlicher ist es mir schwer gefallen, überhaupt eine Seite aufzuschreiben. Und es gibt lediglich eine handvoll Geschichten aus dieser Zeit von mir. Damals waren die Erfahrungen einfach noch zu schmerzhaft. Als wenn man eine Wunde hätte, die man mit jedem Satz wieder neu aufgerissen hätte. Heute sind meine Erfahrungen Narben, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Narben haben heutzutage eine so negative Bedeutung. Für mich sind es Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. So wie es zwei Seiten einer Medaille gibt, ist das auch so mit den Dingen die ich erlebt habe. Wie sonst könnte ich wissen, was Zuversicht ist, wenn ich nicht auch die Hoffnugslosigkeit kenne. Wie könnte ich Glück genießen, wenn ich nicht auch den Schmerz und die Trauer erfahren hätte. Und wieso wüsste ich so genau, dass es immer einen Weg gibt, wenn ich nicht selber alle Zuversicht verloren hätte.
Also warum schreibe ich das alles auf. Ich bin davon überzeugt, dass meine Lebensgeschichte Menschen aufzeigen kann, dass man tiefste Dunkelheit, Hoffnungslosigkeit und Schmerz überwinden kann. Das ist das, was ich mit dem Sonnenscheingen meine. Noch ist es schwer für mich, das ganze in die richtigen Worte zu fassen. Ich weiß aber, dass ich in den nächsten Monaten, in den nächsten ein bis zwei Jahren dieses Lebensprinzip des Sonnenscheingens immer weiter ausarbeiten werde. Bevor ich das allerdings machen kann, ist es wichtig, dass ich meine Erfahrungen aufschreibe und teile. Für mich ist es wichtig, um diese Zeiten noch einmal ganz bewusst zu erleben und endgültig hinter mir zu lassen. Ich will diese nicht vergessen und ungeschehen machen. Dafür sind sie ein viel zu großes Geschenk. Aber ich möchte damit abschließen, so dass diese Erfahrungen keine offenen Baustelle mehr in meinem Leben sind. Und ich denke, andere Menschen können mich besser verstehen, sich in mich hinein versetzen oder gar wiedererkennen, wenn sie an meiner Geschichte teilhaben können.
Mache ich mich damit verletzlich oder angreifbar? Natürlich tue ich dieses. Allerdings habe ich tatsächlich schon als Teenager/ mit Anfang zwanzig entschieden, keine Tabus in meiner Geschichte zu haben. Ich habe immer offen von meinen Erfahrungen gesprochen und auf Fragen geantwortet.
Dennoch ist zum aktuellen Zeitpunkt die Anonymität dieses Blogs für mich noch ein gewisser Schutz. Es gibt immer noch Bereiche meines Lebens, für die ich mich schäme und die mir peinlich sind. Trotzdem werde ich auch diese mit euch teilen. Allerdings kann ich das eben noch im Schutz der Anoymität machen. Wobei ich sagen muss, dass es genügend Spuren gibt, die auch jetzt schon zu meiner Identität führen würden, wenn man wirklich suchen würde. Wie dem auch sei, deswegen werde ich auch weiterhin erst einmal die einzelnen Kapitel meines Lebens erzählen. Wobei diese nicht immer streng voneinander getrennt sind, sondern auch parallel laufen. Sie haben halt nur in meinem Leben zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Prioritäten.
So viel dann mal zwischendurch zu dem „Warum das alles.“…
Als ich nicht mehr wusste wohin mit meinen Gedanken und keine wirklich gute bzw beständige Tagebuchschreiberin bin kam die Idee es einfach mal mit einem Block zu versuchen…..so das ich alles schreiben kann was mich beschäftigt…..aus der Vergangenheit…..dem jetzt und hier….ohne aufpassen zu müssen das ich jemanden auf den Schlips trete…Anonym ist hier bei für mich sehr wichtig denn ich möchte ungefiltert schreiben ohne mich um Gefühle anderer zu sorgen….
…… und wärend ich mir dieses Anonyme aber doch öffentliche Tagebuch anlegte hab ich mal die Suchfunktion benutzt….ich kann dir jetzt nicht genau mehr sagen welches Suchwort mich zu dir gebracht hat….aber hier bin ich nun…..und wenn es nicht stört würde ich auch gerne bleiben wollen 🙂
Ich hoffe das konnte deine Frage ein wenig Beantworten.
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Spannend zu sehen, dass es Dir ähnlich ergangen ist, was das Schreiben angeht. Natürlich freue ich mich, wenn Du mir hier weiter folgst. Liebe Grüße und einen schönen Tag!
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