Meinen kleinen Blog schreibe ich aktuell nur für mich und bin verwundert, dass sich doch ab und zu jemand hier hin verirrt. Ich bin so privat und ehrlich wie es nur irgendwie geht, da ich mich freuen würde, wenn meine Geschichte den ein oder anderen inspiriert an Glück, Hoffnung und Liebe zu glauben.
Und für mich persönlich ist es ein Aufarbeiten dessen, was in meinem Leben passiert ist. In den letzten Einträgen habe ich darüber geschrieben, wie das Leben ist, wenn man Fett hat. Ich schreibe nicht „fett ist“, da das für mich einen unveränderlichen Zustand beschreibt. Und ich will einfach glauben, dass ich das doch eines Tages in den Griff bekomme.
In den letzten Monaten ist viel passiert. Das erste Mal in meinem Leben besuche ich virtuell eine Selbsthilfe Gruppe für Menschen mit Essstörungen und Esssucht. Nach unserem Treffen gestern habe ich mit einer ganz lieben Person aus der Gruppe telefoniert. Wir haben wieder über mich gesprochen. Ich habe ihr erzählt, dass mich meine unbändige Liebe zum Leben durch alle Zeiten getragen hat.
Worauf sie gesagt hat, dass da irgendwas nicht stimmen kann, denn wenn diese Liebe zum Leben wirklich so groß wäre, würde ich mich und meinen Körper nicht so behandeln. Und damit hat sie vollkommen Recht. Es mag ja so sein, dass ich aktuell keine großen körperlichen Gesundheitsschäden habe. Aber mir ist in dem Gespräch bewusst geworden, dass ich nichts anderes mache, als einen Selbstmord auf Raten. Diese Erkenntnis wirkt wie ein Paukenschlag in mir. Ich habe so viel durchlebt und verarbeitet. Ich lebe ein gutes Leben und bin glücklich. Aber auf der anderen Seite behandle ich meinen Körper so, dass mich das eines Tages umbringen wird. Und ich kriege es nicht dauerhaft in den Griff. Wie kann das beides zusammen gehen? Also ich bin noch nicht dahinter gekommen.
Ich weiß nur, dass dieser Selbstmord auf Raten bedeutet, dass ganz tief in mir und unentdeckt anscheinend doch noch der Gedanke ist, dass ich es nicht wert bin zu leben. Woher das kommt, kann ich noch nicht sagen. Vor allen Dingern, weil ich es nicht fühlen kann. Ich sitze hier, lache und erfreue mich am Leben. Doch gleichzeitig fresse ich mich zu Tode. Wie kann das sein?
Ich bin sehr gespannt, ob und wann ich hinter dieses Geheimnis komme. Auf jeden Fall gäbe ich gerade genügend Fragen mit auf den Weg bekommen, um weiter an mir zu arbeiten und zu wachsen.